Wind und Sonne stellen keine Rechnung
Dieser Satz wird dem Journalisten Franz Alt zugeschrieben. Frau Reiche hat dazu wie folgt Stellung genommen:
„Den Satz ‚Die Sonne schickt keine Rechnung‘ werde man von ihr nicht hören. „Der ist ja so bekloppt wie simpel“, sagte sie beim Tag der Industrie. „Das kann man sich nur ausdenken, wenn man von Energie keine Ahnung hat.“
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/reiche-energiewende-100.html
Frau Reiche folgt hier ihrem Glaubenskonzept, da sie ohnehin eher nach Glauben als nach wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt. Dazu müssen wir mal auf die andere Katharina Reiche schauen, die ehemalige Fachfrau für Familienpolitik. Denn diese einfache Glaubenslogik hat sie schon als junge Politikerin verbreitet. Frau Reiche ist im Grunde eine rechtsextreme, homophobe, christliche Glaubenskriegerin, die Sätze raushaut, von denen man nicht weiß, ob sie von Frau Weidel oder von Katharina Reiche stammen. Ein paar Beispiele gefällig?
So erklärte sie 2011, dass Homosexuelle nicht normal seien. Das würde sich schon aus der Arithmetik erklären, denn heterosexuelle Paare seien ja die absolute Mehrheit.
Quelle: https://www.queer.de/detail.php?article_id=14209
2012 vertrat sie dann folgende Position:
„Sie hatte in der Bild-Zeitung „klare Kante in der Debatte um die Homo-Ehe‘ gezeigt, unter anderem mit dem Zitat: „Unsere Zukunft liegt in der Hand der Familien, nicht in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Neben der Euro-Krise ist die demografische Entwicklung die größte Bedrohung unseres Wohlstands.“ Und: „Die Union muss ganz klar sagen, dass sie auf Familie, Kinder, Ehe setzt. Die Gesellschaft wird nicht von kleinen Gruppen zusammengehalten, sondern von der stabilen Mitte.“ „
https://www.fr.de/politik/staatssekretaerin-reiche-loest-wutsturm-11344834.html
So zieht Elmar Kraushaar in dem TAZ-Artikel „Die Dunkelfrau“ vom 29.08.2012 über Katharina Reiche folgerichtig die Parallele zum nationalsozialistischen Gedankengut.
„Das Volk, das sehr viele Kinder hat, hat die Anwartschaft auf die Weltmacht und Weltbeherrschung“, orakelte der Reichsführer-SS Heinrich Himmler 1937 in einer seiner Geheimreden zur „Homosexuellenfrage“ und fuhr fort: „Ein gutrassiges Volk, das sehr wenige Kinder hat, besitzt den sicheren Schein für das Grab, für die Bedeutungslosigkeit in 50 und 100 Jahren, für das Begräbnis in 200 und 500 Jahren.“
Quelle: https://taz.de/DIE-WAHRHEIT/!5085394/
Im Jahr 2002 unterstützte sie die Klage einzelner CDU-Landesregierungen gegen die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Auch gegen die sogenannte „Homoehe“ positionierte sich die damalige Familienexpertin Reiche radikal:
„Bindungskraft kommt aus kirchlichem Segen“.
https://www.welt.de/print-welt/article400399/Katherina-Reiche-lehnt-Homo-Ehe-ab.html
„Ein Adoptionsrecht für Homosexuelle schloss Reiche aus. Die Abgeordnete, ……., bekannte sich ausdrücklich zum kirchlichen Verständnis der Ehe.“
Wir sehen also: Ihre Obsession für Rückschritt und Vergangenes entspringt ihrer eigenen Sophisterei und Doppelmoral. Denn während sie vordergründig eine antiquierte Sexualmoral vertritt, spielt das für sie selbst keine Rolle. In dieser Zeit hat sie ein uneheliches Kind und erwartet ein weiteres uneheliches Kind von ihrem damaligen Partner, dem CDU-Politiker Sven Petke, den sie 2003 heiratete. Tja, und die Bindungskraft und der kirchliche Segen hielten dann wohl auch nicht, denn heute ist Frau Reiche mit Karl-Theodor zu Guttenberg zusammen, dem gescheiterten ehemaligen Bundesminister der Verteidigung und Ex-Doktor der Rechte.
Eigentlich würde ich mich mit dem Privatleben dieser Frau gar nicht befassen, doch hier ist es ja so, dass sie ihre gelebte Doppelmoral politisch radikal einsetzt.