Ein Totalumbau, eine Neuausrichtung und ein neues, letztes Projekt, das am 1. Juni 2026 an den Start gehen soll.

Aus „Ökologisch Soziale Partei Europas i.G.“ wird Kassandras Erben

Ihr wundert euch sicher, warum ihr von der Homepage der Ökologisch Sozialen Partei Europas auf das Phoenixprojekt weitergeleitet wurdet. Die Antwort ist ganz einfach. Es gab keine Resonanz. Ich habe einen Monat lang intensiv alle Kanäle bespielt, doch es ist nichts passiert. Deshalb beende ich hiermit das Projekt ÖSPE.

Doch ohne politisches Engagement kann ich nicht leben. Aus diesem Grund starte ich am 01.06.2026 mein Projekt „Kassandras Erben”.

Mit der Plattform „Kassandras-Erben.de” beginne ich nun den letzten Teil meines politischen Lebens. Als Zeitzeuge mit über 50 Jahren politischer Erfahrung kann ich Folgendes feststellen: Die Krisen sind nicht neu und der Umgang mit der Jugend ist heute nicht anders als damals, als ich politisch aktiv wurde.

Die einzige wirklich neue Krise war die Corona-Pandemie. Eine solche globale Gesundheitskrise ist ein einschneidendes Ereignis, vergleichbar mit der spanischen Grippe.

Doch ansonsten wiederholt sich alles, teils seit mehreren Jahrhunderten, wie beispielsweise der Krisenherd Afghanistan
oder der Nahe und Mittlere Osten.

Zwischen 1839 und 1842 führten die britischen Imperialstreitkräfte einen erbitterten Krieg in Afghanistan. Nach anfänglichen Erfolgen zogen sich die Briten schließlich zurück, nachdem sie eine der schlimmsten militärischen Katastrophen des 19. Jahrhunderts erlitten hatten.

Auch die fossilen Krisen durch die selbstverschuldete Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen treten in schöner Regelmäßigkeit auf.

Im Jahr 1973 wurde Deutschland zum ersten Mal durch eine Ölkrise erschüttert. Die Preise für Kraftstoffe explodierten. Anders als unsere heutige Regierung beschloss die damalige drastische Maßnahmen. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie der Ex „BILD-Chefredakteur Julian Reichelt bei Nius vor laufender Kamera eskaliert, mit hochrotem Kopf und Hass verzerrtem Gesicht gegen die vier autofreien Sonntage wettert und die AfD zum Volksaufstand aufruft.

Vielleicht waren wir damals einsichtiger, rationaler und gebildeter.

„Gähnende Leere auf deutschen Autobahnen: Am 25. November 1973 trat erstmals das Sonntagsfahrverbot in Kraft. Die Bürgerinnen und Bürger reagieren gelassen und nutzen die Straßen und Autobahnen als Spazierrouten.”

Symbolbild: Kassandra von Troja, KI-generiert

Wer sind Kassandras Erben?

Kassandra, die trojanische Seherin, sah den Untergang kommen. Sie warnte vor Feuer, Krieg und Verrat, vor dem trügerischen Geschenk, das vor den Toren Trojas stand. Doch ihr war ein Fluch auferlegt: Sie sagte stets die Wahrheit – und niemand glaubte ihr. Ihre Stimme verhallte im Lärm der Selbstgewissheit, ihre Klarheit ging unter im Wunsch, nicht hören zu müssen, was unbequem war. Das hölzerne Pferd wurde hereingezogen, die Warnungen ignoriert, der Ausgang ist bekannt.

Heute leben wir in einer anderen Zeit, und doch wirkt Kassandras Fluch erschreckend vertraut. Die Warnungen sind zahlreich, gut begründet und wissenschaftlich belegt: der anthropogene Klimawandel, das Artensterben, die wachsende soziale Ungleichheit. Und doch scheint es, als würden auch sie an uns abperlen. Immer wieder erheben Menschen ihre Stimme, engagieren sich für ökologische Verantwortung, für soziale Gerechtigkeit, für eine lebenswerte Zukunft. Und immer wieder stoßen sie auf Gleichgültigkeit, Abwehr oder offenen Spott – so, als hätten sich die Mechanismen seit Troja kaum verändert.

Ich schreibe diese Zeilen nicht aus theoretischem Interesse, sondern als jemand, der sich seit über 50 Jahren politisch im ökologischen und sozialen Bereich engagiert. Als jemand, der diskutiert, erklärt, warnt, hofft – und oft das Gefühl hat, gegen eine Wand aus Bequemlichkeit und Verdrängung zu sprechen. Die Argumente ändern sich, die Fakten werden präziser, die Folgen sichtbarer. Doch das Zuhören bleibt selten.

Sind wir als Menschheit lernfähig? Oder bestätigen wir immer wieder, was Albert Einstein zugeschrieben wird: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit – aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Vielleicht liegt die bittere Antwort darin, dass wir uns auch heute lieber für das hölzerne Pferd entscheiden als für Fakten und Erkenntnisse – selbst wenn wir längst wissen sollten, was darin verborgen ist.

Und dennoch darf genau diese Erkenntnis nicht in Resignation münden. Kassandras Geschichte ist nicht nur eine Erzählung über das Nicht-Gehört-Werden, sondern auch über Standhaftigkeit. Sie schwieg nicht, obwohl sie wusste, dass man ihr nicht glauben würde. Ebenso liegt heute Verantwortung darin, weiter zu sprechen, weiter zu handeln, weiter zu widersprechen. Jede gewonnene Einsicht, jede veränderte Haltung, jede kleine politische oder gesellschaftliche Verschiebung ist ein Bruch im Fluch.

Vielleicht wird die Menschheit nicht auf einmal lernfähig. Vielleicht lernt sie langsam, widerwillig und oft erst im Angesicht von Verlust. Aber Fortschritt war nie das Ergebnis von Mehrheiten, sondern von Minderheiten, die nicht aufgehört haben, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Hoffnung entsteht nicht aus der Gewissheit des Erfolgs, sondern aus der Weigerung, aufzugeben. Kassandras Erben sind nicht jene, die verzweifeln – sondern jene, die trotz allem weitermachen.

Also mache ich weiter, auch wenn es sich anfühlt, als müsste ich wieder von vorne beginnen. Denn Wohnungsnot, Energiekrisen, Bildung etc. sind ja seit ich 1975 mit meinen politischen Aktivitäten angefangen habe, immer schon da.

In diesem Buch von 1982 können wir alle Probleme die wir heute haben nachlesen.

Zwei Karikaturen aus der Zeit

Mietenwahnsinn und Integrationspolitik