Es gibt ein wundersames Interview von Frau Reiche mit CDU TV aus dem Jahr 2009, in dem sie mit ihrer Mutterrolle kokettierte und sagte, ihre Kinder würden sie kritisch zum Thema Umwelt und Klima befragen. Wenn ich keinen ernsthaften Blog schreiben, sondern den erfundenen Klatsch der Yellowpress verbreiten würde, müssten wir uns im Jahr 2026 fragen: Was haben ihre Kinder ihr angetan? Was ist in der Familie Reiche passiert? Warum der Bruch mit ihren Kindern? Und warum will Frau Reiche die Zukunft ihrer Kinder vernichten?
In einem Interview von 2009 mit CDU- TV vor über 16 Jahren klang Frau Reiche so:
Wir wollen unseren Kindern eine saubere intakte Umwelt hinterlassen. Als dreifache Mutter werde ich schon kritisch gefragt. Mama, was ist mit dem Müll? Warum ist die Luft zu dreckig? Mama, warum schmelzen die Polkappen? Das sind Fragen, die nicht nur Kinder betreffen. Die müssen politisch gelöst werden und deshalb wollen wir, dass wir die Erderwärmung auf maximal zwei Grad begrenzen helfen.
Die Finanzkrise ist hausgemacht, da können Sie mit Menschen verhandeln mit Banken mit Staaten und können helfen die Probleme zu lösen. Der Klimawandel ist schwieriger in den Griff zu bekommen, weil ganz viele Akteure zusammengenommen werden müssen und mit der Natur lässt sich auch schwer verhandeln. Außerdem ist der Klimawandel eine ganz langfristige Aufgabe und umso wichtiger ist es, dass wir bei dem nächsten internationalen Verhandlungen zu erfolgreich sind wie Angela Merkel in den vergangenen Jahren, wenn es darum ging, die europäischen Regierungschefs, aber zum Beispiel auch Amerika und Russland für mehr Klimaschutz zu gewinnen. Und das wird ihr auch diesmal gelingen.
Wir wollen die erneuerbaren Energien weiter ausbauen, das heißt ja nicht nur neue Technologien. Das heißt auch mehr Arbeitsplätze innovative Arbeitsplätze, an denen viele andere europäische Länder, aber auch China und Indien hoch interessiert sind. Also ein echter Exportmarkt. Wir wollen, dass wir im Bereich im Hausmodernisierung und Modernisierung der Heizungssysteme ja, aber auch bei den Dingen, die wir alle kennen wie Kühlschränken und Waschmaschinen, Energie sparen und wir wollen aus dem Thema Elektromobilität zuwenden. Gerade in großen Städten ist das ein großes Thema.
Jeder einzelne kann sich überprüfen oder zum Beispiel überprüfen lassen. Also zum einen die eigenen Kinder ganz gut geeignet. Ich denke, wir müssen aber auch in der Schulbildung einiges tun. Jeder kann kritisch durch sein Haus gehen und überlegen habe ich Energiesparlampen, wie effektiv sind meine Geräte. Was kann ich an meinem Haus tun? Wo muss ich isolieren? Wie verhalte ich mich, wenn ich mich bewege, nehme ich die Bahn, das Fahrrad oder das Auto. Dennoch muss Umwelt und Klimaschutz etwas sein, was die Leute gern bereit sind mitzumachen.
Um 1800 begannen Forscher*innen, sich Gedanken darüber zu machen, warum die Erde eigentlich warm ist. Joseph Fourier (1768–1830) erkannte, dass es einen Zusammenhang zwischen der UV-Strahlung der Sonne und der Atmosphäre gab. Es musste etwas geben, das die Wärme hielt, damit sie nachts nicht wieder vollständig in den Weltraum abgestrahlt würde. Fourier entdeckte 1824 den Treibhauseffekt. Er erkannte, dass ein Teil der Wärme von der Atmosphäre wieder auf die Erde zurückgestrahlt wird.
Im Jahr 1856 konnte die Wissenschaftlerin Eunice Newton Foote (1819–1888) experimentell nachweisen, dass CO₂ das entscheidende Klimagas in der Atmosphäre ist. Erst in den letzten Jahren wurde diese vergessene Klimaforscherin wiederentdeckt. Frauen in der Forschung werden immer vergessen, vor allem, weil sie ihre Forschungen nicht in den Wissenschaftsakademien vorstellen konnten.
Fünf Jahre später, im Jahr 1861, „entdeckte” der irische Forscher John Tyndall (1820–1893) also, dass CO₂ das Klimagas ist, welches für den Treibhauseffekt verantwortlich ist. Tyndall veröffentlichte seine Studien und gilt somit als derjenige, der den Treibhauseffekt bewiesen hat. Anders als Foote, die sofort erkannte, dass die massenhafte Ausbringung von CO₂ gravierende Auswirkungen haben könnte, und sich warnend äußerte, ging es Tyndall nur um die Theorie.
Diese entscheidenden Entdeckungen brauchten jedoch einen Kontext, in den sie eingebettet werden konnten. Diesen Kontext schuf Alexander von Humboldt (1769–1859) auf seinen Forschungsreisen. Auf seiner Amerika-Reise (1799–1804) und seiner Asien-Reise (1829) führte er meteorologische Messungen durch, mit denen er ein modernes, ganzheitliches Modell des Erdklimas entwickelte. Er erkannte, dass menschliche Aktivitäten wie das Fällen ganzer Wälder das Klima in dieser Region veränderten.
Dies war die Geburtsstunde der modernen Klimaforschung. Die erste Studie über den Einfluss von CO₂ auf die globale Erderwärmung wurde dann im Jahr 1896 von Svante Arrhenius (1859–1927) veröffentlicht. In der Studie selbst erwähnt Arrhenius den Einfluss des Menschen nicht, doch später stellte er den Zusammenhang her. Was er noch nicht wissen konnte, waren die Folgen, die der CO₂-Ausstoß für die Erde haben würde. Er wusste nur, dass es umso wärmer werden würde, je mehr CO₂ in die Atmosphäre gelangte.
Nun werden viele sagen, das sei eine akademische Aufarbeitung gewesen, aber in der Öffentlichkeit sei das Thema nie angekommen. Das ist inzwischen auch nicht mehr so richtig. Am 14. August 1912 erschien ein kleiner Artikel in den beiden neuseeländischen Zeitungen „Rodney and Otamatea Times” und „Waitemata and Kaipara Gazette”. Der Inhalt:
Die Kraftwerke der Welt verbrennen derzeit jährlich etwa 2 Milliarden Tonnen Kohle. Bei der Verbrennung, in Verbindung mit Sauerstoff, werden jährlich etwa 7 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt. Dies trägt dazu bei, dass die Luft die Erde stärker umhüllt und ihre Temperatur ansteigt. Die Auswirkungen könnten in einigen Jahrhunderten erheblich sein.
Den endgültigen Beweis für den anthropogenen Klimawandel lieferte dann 1938 der britische Ingenieur Guy Stewart Callendar (1898–1964). Er sammelte Wetterdaten und werte sie aus und berechnete den Anstieg der CO2 Konzentration in der Atmosphäre. Allerdings erfasst auch er die Dramatik seiner Entdeckung nicht, glaubte er dies würde eine neue Eiszeit verhindern. Später revidierte er diese Einstellung und setzte sich für eine Reduzierung des CO2 Ausstoßes ein. Schon 1938 als er seine Berechnungen veröffentlichte brach ein Sturm der Entrüstung los. Doch Callendar verteidigte seine Erkenntnisse und Berechnungen bis zu seinem Tod.
Wir sehen also, der anthropogene Klimawandel ist eben kein Märchen oder gar eine Religion. Es wurde seit über 200 Jahren intensiv geforscht und die Erkenntnisse bauen auf diesen Grundlagenforschungen auf. Callendar war dann der erste der den Zusammenhang von Zunahme des CO2 in der Atmosphäre mit der Erwärmung der Erde nachweisen konnte.
Damit begann für die Forschung die Möglichkeit Klimamodelle zu entwickeln. Callendar ging noch von einer Erwärmung von 0,39 Grad Celsius bis zum 21ten Jahrhundert.
Die letzten drei Jahre hat die globale Durchschnittstemperatur das Ziel der Pariser Klimakonferenz die Erderwärmung auf 1,5° zu begrenzen gerissen.
Heute können wir komplexe Klimamodelle errechnen die uns eben eine erschreckende Zukunft prognostizieren. Wir können heute genau berechnen wie viel CO2 in der Atmosphäre zu welche globalen Durchschnittstemperaturen führen.
Hier mal die Ergebnisse:
Bemühen wir erst einmal ein rein theoretisches Modell mit der Frage: Welche Temperatur würde auf der Erde herrschen wenn es kein CO2 in der Atmosphäre gäbe.
Bei 500 ppm CO2 in der Atmosphäre liegt durchschnittliche Erdtemperatur bei 16.1 … 17.4 °C (Best ≈ 16.51 °C).
0 ppm CO₂ (theoretisch / rein gedanklich):
0 ppm ist unrealistisch, und der Planet würde sehr viel kälter werden (≈ −20 °C, sehr unsicher)
Bei 240 ppm CO2 in der Atmosphäre liegt durchschnittliche Erdtemperatur bei 13,3 bis 14°≈ 13.33 °C
Zwischen 240 und 280 ppm CO2 lag der Wert vor der industriellen Revolution über Millionen von Jahren. Es war genau diese Beruhigung der wilden Erde die es uns Menschen ermöglichte uns zu entwickeln.
Bei 425 ppm CO2 in der Atmosphäre liegt durchschnittliche Erdtemperatur bei 15,5 – 16,4 ≈ 15.81 °C
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Iryna Terekh, die Vorstandsvorsitzende und Chefingenieurin von Fire Point, dem ukrainischen Drohnenhersteller, formuliert es in einem Interview wie folgt:
„Verteidigung dient nicht dem Kämpfen, sondern dazu, dem Täter sehr klar die Kosten des Missbrauchs zu kommunizieren. Wir haben keine Zeit zum Ausruhen, wir kämpfen in einer anderen Liga als unser Feind. Wir haben weniger Land, weniger Geld, weniger Menschen, weniger Zeit.“ Dennoch sagte Terekh: „Ich habe das Gefühl, dass wir bereits gewinnen. Wir dürfen niemals auch nur den Gedanken zulassen, unser Land zu opfern, um den Bären [Russland] zu füttern.“
Doch geht es eigentlich um ein Land oder nicht um etwas ganz anderes? Wenn wir über Verteidigung und leider auch über Krieg sprechen, der inzwischen von Staatsmännern in den Vordergrund gerückt wird, dann denken wir dabei immer an Länder oder Nationen. Doch Verteidigung hat einen ganz anderen Sinn und Zweck. Es geht nicht um Staatsgrenzen, sondern darum, wie wir leben möchten. Wir leben in Freiheit, jede*r darf sagen, was sie/er will, lieben, wen sie/er will, und unsere Leben sind nicht durch die Staatsmacht bedroht, die uns kontrolliert oder wie in China durch ein engmaschiges Netz aus Überwachung mit Sozialkrediten bewertet und uns dann einen bestimmten Lebensstil vorschreibt.
Die Zeiten von „Tschigerassabum” und Blumen in den Gewehrläufen sind vorbei, wenn es an jubelnden Menschenmassen vorbei zum Schlachtfeld für König, Führer und Vaterland geht. Nicht Staatsgrenzen oder Nationen sind zu verteidigen, sondern Lebensentwürfe und -träume. Die Ukrainer*innen bringen ihre Opfer nicht, weil sie ein Land verteidigen, sondern ihre Lebensentwürfe, ihre Träume, ihre hart erkämpften Freiheiten in diesem Gebiet, das sie Ukraine nennen. So wie Iryna Terekh es ausdrückt: „Verteidigung dient nicht dem Kämpfen.“
Auch diese Diskussion ist uralt. Die Gegenfrage „Würde Deutschland für mich sterben?” spiegelt noch den alten Bezug auf nationalstaatliche Grenzen und die Kriegserfahrungen aus den beiden Weltkriegen wider, die Deutschland gegen den Rest der Welt geführt hat. Sie stammt aus einer Playboy-Diskussion der 1970er Jahre und ist ein Relikt, dem sich die heutige Friedensbewegung immer noch verpflichtet fühlt: nicht für ein Land sterben zu müssen. Es ist auch ein Relikt aus einer Zeit, in der sich Menschen in Deutschland noch Rechte erstreiten mussten: Frauen, Homosexuelle oder Arbeiterkinder, die eine Hochschulbildung anstrebten. In dieser Gesellschaft war Freiheit noch nicht überall gegenwärtig. Sie war eine Gesellschaft, die gerade erst erwachte und durch die 68er-Bewegung gezwungen war, sich ihrer dunklen Seite zu stellen.
Doch heute sieht es anders aus. Wir haben als Gesellschaft viele Rechte erstritten, die nun von jenen angegriffen werden, die für einen völkisch-nationalistischen Chauvinismus stehen. In deren Augen ist die Freiheit des anderen immer eine Einschränkung der eigenen Freiheit und eine Bedrohung. Die Freiheit der Frauen ist die Einschränkung der männlichen Freiheit, die Freiheit der Homosexuellen die Einschränkung der Freiheit der Heterosexuellen, die Freiheit von Minderheiten die Einschränkung der Freiheit der Mehrheit, die Freiheit der Ausländer die Einschränkung der Freiheit der Einheimischen. Was als Satire gemeint war, nämlich dass Freiheit nicht wie Seife ist, sie wird nicht weniger, wenn man sie allen geben kann, spiegelt leider die Empfindlichkeiten einer kleinen, lauten und extremistischen Minderheit wider.
Deshalb ist die Verteidigung der freiheitlichen Gesellschaft nicht nur eine militärische Verteidigung gegen einen äußeren Aggressor, sondern auch gegen die inneren Feinde innerhalb der Gesellschaft. Mittelalterliche Burgen fielen nie durch eine Erstürmung von außen, sondern durch Aufgabe im Inneren. Wir sehen es z. B. an den Ukrainern, die nicht bereit sind, ihre Freiheit zu opfern, die sie sich innerhalb ihrer Staatsgrenzen erstritten haben. Wie einfach wäre es doch für sie, sich zu ergeben. Wie viele Kriegsopfer würden vermieden werden!
Ein wirklich verführerischer Gedanke. Denken wir diesen Gedanken doch einmal für unsere Gesellschaft weiter: Es gibt Parteien, denen ein russisches System vorschwebt, deren Idole Faschisten und Autokraten wie Putin, Trump, Orbán oder Xi sind. Was würde sich auf unseren Straßen und in unserem Leben verändern, wenn diese Gruppen die Burgtore Deutschlands für einen Putin öffnen würden?
Ich gehe dann eigentlich immer von meiner Person aus. Wie würde also mein Leben in einer solchen Gesellschaft aussehen, wie das Leben meiner Familie?
Spielen wir es doch einmal für die Ukraine durch. Die Ukrainer:innen ergeben sich, Putins Soldaten marschieren ein und es wird eine Marionettenregierung installiert. Was passiert dann mit dem ukrainischen Militär und dessen Führung? Was passiert mit den Menschen, die im ukrainischen Geheimdienst gearbeitet haben? Was passiert mit Lehrer:innen, die ganz neue Lehrpläne erhalten, in denen die Ukraine und die ukrainische Sprache nicht vorkommen und westliche Freiheit als Dekadenz bezeichnet wird? Was passiert mit Rechtsanwält:innen, Staatsanwält:innen und Richter:innen? Was passiert mit Polizist:innen, Verwaltungsangestellten und politischen Mandatsträger:innen, die sich gegen das faschistische Russland ausgesprochen haben und in Parteien waren, die sich für die Europäische Union eingesetzt haben? Was passiert in einer faschistischen Diktatur mit all diesen Menschen? Was passiert mit Homosexuellen, Künstler*innen, Journalist*innen, Moderator*innen und Schriftsteller*innen? Was passiert mit Menschen, die einfach anders sind, nicht konform?
Wir müssen das nicht als Gedankenexperiment durchführen, wir müssen uns nur mit der deutschen und sowjetischen Geschichte auseinandersetzen. Stalin und Hitler haben gezeigt, was mit unterworfenen Völkern geschieht.
Wenn wir uns also mit Verteidigung und Krieg auseinandersetzen, dann müssen wir dies im Bewusstsein des 21. Jahrhunderts tun. Wir wollen keinen Krieg, wir haben kein Interesse daran, Grenzen zu verschieben, und wir favorisieren das internationale Recht. Aber wir müssen bereit sein, uns zu verteidigen – nicht das Land, sondern unsere Gesellschaft. Denn es gibt genügend Politiker, denen das Recht völlig egal ist.
Wer meint, Ergeben sei eine Option, sollte bedenken, was mit all den Menschen passiert ist, die sich für die Freiheit eingesetzt haben. Und etwas anderes sollte jeder bedenken. Der Krieg folgt den Flüchtenden, wie wir aus der Zeit des Faschismus lernen durften.
Ja, vieles ist im Argen und es gibt viel zu kritisieren, aber wir können kritisieren, und dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Und wir müssen eines klar sagen: Allein mit militärischen Maßnahmen werden wir es nicht schaffen. Es gibt vier Säulen der Verteidigung gegen Bedrohungen von außen und innen.
Diese vier Säulen werden in gesonderten Beiträgen behandelt.
Säule 1: Militärische Abschreckung durch Verteidigungsfähigkeit
Säule 2: Zivile Verteidigung
Säule 3: Resilienz gegenüber multiplen Bedrohungen
Säule 4: Gesellschaftliche Verpflichtung
Fazit:
Wir verteidigen keinen Staat, sondern eine freie, multikulturelle und diverse Gesellschaft gegen inneren und äußere Feinde. Wir verteidigen den zivilisatorischen Fortschritt auf dem Weg in eine egalitäre Gesellschaft.